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Mein Vater ist ein Penner

Kinder von Obdachlosen

Ein Film von Silvia Kaiser
ZDF 37 Grad 2009

Die 40jährige Sandra mag schöne Dinge. Sie arbeitet in einen Laden für edle Deko-Artikel in Dänemark. Zu hause stellt sie regelmäßig frische Blumen auf den Tisch und selbst frühstücken mag sie am liebsten auf einer schönen Tischdecke. Sie weiß selbst, warum ihr diese Dinge, die ein bisschen „heile Welt“ in ihr Leben bringen, so wichtig sind: sie lassen sie manchmal vergessen, dass es da noch einen wunden Punkt in ihrem Leben gibt – Ihre Mutter! Über ein halbes Jahr lang hatte die Mutter sie belagert, so extrem, dass Sandra zur Polizei gehen musste. Die Polizei konnte es kaum glauben: Das ist doch ihre eigene Mutter!? Ja, meine eigene Mutter, sagte Sandra, aber sie ist eine Gefahr für mich. Ich verliere meinen Job, meine Tochter wird in der Schule ausgelacht. Es ist psychisch schwer zu ertragen, ein Elternteil so verwahrlost zu sehen. Ein Schamgefühl begleitet Sandra seit sie denken kann. Scham, darüber dass ihre Mutter so schwach ist, so heruntergekommen, so peinlich, aber auch Scham über sich selbst. Warum kann sie nicht zu ihrer Mutter stehen und ihr helfen. Sie so lieben wie sie ist?

Sandra und ihr Bruder Frank beschließen ihre Mutter in Berlin zu suchen – sie wollen mit ihr reden. Ihr versuchen klar zu machen, dass ihnen ihre Mutter nicht egal ist, sie aber trotzdem Abstand bewahren muss. Besonders Sandra ist nervös, denn eine Begegnung mit der Mutter stellt sie auf eine harte Probe. Wird die Mutter noch sauer darüber sein, dass sie sie heimlich nach Deutschland zurück gefahren hat?

Der 24 jährige Charles lebt mit seiner Frau und drei Kindern glücklich zusammen. Ihm ist es sehr wichtig, ein guter Vater zu sein. Er kämpft darum, nicht so zu sein, nicht so zu werden, wie sein Vater, der ihn sein Leben lang terrorisiert hat und nun obdachlos ist. In seiner Kindheit musste Charles seine Schwester und seine Mutter vor dem Vater schützen. Nie bekam er selber Schutz. Schon früh wurde er erwachsen. Heute hasst er seinen Vater so sehr, dass er ihn nur seinen Erzeuger nennt.

Karl der Obdachlose Vater lebt unter einer Brücke in München. Er hat alles verloren, sein Leben total gegen die Wand gefahren. Nun erhofft er sich Hilfe von seinem Sohn. Sein eigen Fleisch und Blut. Er bereut alles, würde sein Leben am liebsten zurückdrehen und nochmal von vorne beginnen, besonders bei der Erziehung seiner Kinder. Karl erkennt – die eigenen Kinder sind das Wichtigste was ihm geblieben sind. Widerstrebend erklärt sich Charles bereit seinen Vater/Erzeuger zu treffen. Unter der Brücke in München gibt es ein dramatisches Wiedersehen zwischen Vater und Sohn...
 

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