Waidmanns Heil

Waidmannsheil – Jägern auf der Spur

Ein Film von Friederike Lorenz
Produktion Silvia Kaiser
NDR, 45 Minuten 2013

Zu Deutschland gehören der Wald und die Jagd. Auf der Pirsch kann der Jäger mit der Flinte seine Treffsicherheit beweisen und später die Trophäen als Beleg zur Schau stellen. Dabei fühlt er sich als Naturliebhaber, der die Wälder vor zu vielen Wildtieren schützt. „Die Leistungen unserer Jäger für den Naturschutz sind immens“, behauptet Hartwig Fischer, Präsident des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV) und CDU-Bundestagsabgeordneter für Niedersachsen. Aber sogar andere Waidmänner widersprechen ihm. „Mit der heutigen Jagdpraxis zerstören wir systematisch die Wälder“, kritisiert der Biologe Michael Hug vom Ökologischen Jagdverband (ÖJV), in dem sich umweltbewusste Jäger für eine Reform der Jagd engagieren.

45 Minuten geht auf die Pirsch. Was geschieht in den Wäldern wirklich? Und wie kann man Tiere und Wald schützen vor den deutschen Jägern, die ganz legal ihr Unwesen treiben?

Mehr als 300.000 Jäger erlegen in Deutschland fünf Millionen Wildtiere jährlich – und doch krankt der Wald an zuviel Wild. Eine Ursache der Misere ist der Maisanbau für die Biodieselproduktion. In Norddeutschland prägen inzwischen unendlich scheinende Maisfelder ganze Landstriche. Damit wurde ein Schlaraffenland für Rot- und Schwarzwild geschaffen, das sich nun wie nie zuvor vermehrt. Ein weiteres Problem aber sind oft die Jäger selbst. In vielen Revieren füttern sie Kraftfutter, um eine große Auswahl an „Zielscheiben“ mit prächtigen Geweihen heranzuziehen. In den Wäldern müssen verbissene Jungbäume immer wieder ersetzt werden, oft auf Kosten der Steuerzahler, denn die Hälfte aller Jagdpachtreviere gehören Land oder Kommune. Und trotz aller Kosten und Mühen wachsen zu wenig Bäume nach, um einen gesunden Mischwald zu erhalten.

Mit exzellenter Lobbyarbeit verteidigen die Jäger zudem überkommene Privilegien eines seit 1934 fast unveränderten Jagdrechts. Ganz legal erschießen sie jedes Jahr etwa 40.000 Hunde und fast eine halbe Million Hauskatzen als „wilderndes Raubzeug“.

45 Minuten begleitet Jäger, Jagdkritiker und Pioniere, die neue Wege einschlagen – hin zu einer Jagdpraxis, die Natur und Tiere schützt.
 

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